E-Scooter-Unfälle: Homburger Mediziner warnen vor schweren Verletzungen
Stand: 25. September 2026
Von Alfred Regler
Medizinerinnen und Mediziner des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) in Homburg warnen vor einer deutlichen Zunahme schwerer E-Scooter-Verletzungen bei Kindern und Jugendlichen. Nach Angaben des Klinikums wurden zuletzt unter anderem Knochenbrüche, große Wunden, Organverletzungen, Schädelbrüche und Schädel-Hirn-Traumata behandelt.
Deutlich mehr Unfälle im Jahr 2025
Das Statistische Bundesamt registrierte 2025 deutschlandweit 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden. Das waren 38,1 Prozent mehr als 2024. Dabei starben 38 Menschen; 1.895 wurden schwer und 16.184 leicht verletzt.
Das UKS berichtet für die Altersgruppe der 6- bis 18-Jährigen von rund 75 Prozent mehr Unfallopfern als im Vorjahr. Die bislang in Homburg behandelten Fälle ließen auch für 2026 einen weiteren Anstieg befürchten.
Besondere Gefahr für Kopf und innere Organe
Die kleinen Räder eines E-Scooters können an Bordsteinen oder Unebenheiten abrupt abbremsen. Fahrerinnen und Fahrer werden dabei häufig nach vorn geschleudert. Das UKS verweist auf eine Studie, nach der das Risiko eines Schädel-Hirn-Traumas bei untersuchten E-Scooter-Unfällen 3,5-mal so hoch war wie bei untersuchten Motorradunfällen. Dieser Vergleich bezieht sich auf die ausgewerteten Unfall- und Behandlungsfälle und bedeutet nicht pauschal, dass jede E-Scooter-Fahrt gefährlicher als Motorradfahren ist.
Entwicklung im Saarland
Nach einem Bericht des Saarländischen Rundfunks unter Berufung auf Zahlen der saarländischen Polizei stieg die Zahl der E-Scooter-Unfälle im Saarland von 124 im Jahr 2024 auf 175 im Jahr 2025. Bei Kindern bis 14 Jahre nahm sie von neun auf 16 Fälle zu.
Was Eltern und Jugendliche beachten sollten
E-Scooter dürfen im öffentlichen Straßenverkehr erst ab 14 Jahren gefahren werden.
Das UKS empfiehlt dringend einen Helm sowie schützende Kleidung.
Bei Dunkelheit sind funktionierendes Licht und Reflektoren wichtig.
Fahrten zu zweit sind verboten und besonders gefährlich.
Leistungssteigerungen und Veränderungen der Höchstgeschwindigkeit sind zu unterlassen.
Fazit: Die aktuellen Zahlen und die Erfahrungen der Homburger Kliniken zeigen, dass E-Scooter-Unfälle gerade für junge Menschen schwere und langfristige Folgen haben können. Aufklärung, regelkonforme Nutzung und Schutzkleidung können Risiken verringern.
Quellen: Universitätsklinikum des Saarlandes, 24. September 2026; Statistisches Bundesamt, 16. Juli 2026; Saarländischer Rundfunk, 24. September 2026; Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung, § 3.
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