Windenergie in Perl: Alle Ortsräte beraten am 21. September über neues Planverfahren

Stand: 16. September 2026
Von Alfred Regler

Die Gemeinde Perl hat am 15. September das Amtliche Bekanntmachungsblatt I-0054/2026 veröffentlicht. Darin werden elf Ortsratssitzungen und eine nichtöffentliche Sitzung des Zukunftsausschusses angekündigt. Im Mittelpunkt stehen Windenergie, kommunale Einnahmen aus erneuerbaren Energien und mögliche Verträge mit den Windparks Perl und Büschdorf.

Wichtig: Das Bekanntmachungsblatt enthält Tagesordnungen. Es belegt noch keine gefassten Beschlüsse und nennt keine neuen Vertragsbeträge.

1. Alle Ortsräte kommen am selben Abend nach Nennig

Für Montag, den 21. September 2026, jeweils um 18 Uhr, sind öffentliche Sitzungen folgender Ortsräte im Bürgerhaus Nennig angekündigt:

  • Besch
  • Borg
  • Büschdorf
  • Eft-Hellendorf
  • Nennig
  • Oberleuken/Keßlingen/Münzingen
  • Oberperl
  • Perl
  • Sehndorf
  • Sinz
  • Tettingen-Butzdorf/Wochern

Damit sind alle Ortsteile der Gemeinde betroffen. Für jeden Ortsrat ist nur ein öffentlicher Tagesordnungspunkt veröffentlicht: die Fortschreibung des sachlichen Teilflächennutzungsplans „Windenergie“ und die Einleitung des Verfahrens.

Auswirkungen für Bürgerinnen und Bürger: Mit einem solchen Planverfahren kann die Gemeinde vorbereiten, auf welchen Flächen Windenergie planerisch ermöglicht oder gesteuert werden soll. Das Bekanntmachungsblatt nennt jedoch noch keine konkreten neuen Standorte, Anlagenzahlen oder Abstände.

Status: angekündigte Beratung – noch kein öffentlich belegter Beschluss.

2. Das Windenergie-Planverfahren soll eingeleitet werden

Die Ortsräte sollen sich mit der Einleitung des Verfahrens befassen. Das ist ein früher Planungsschritt. Daraus folgt nicht, dass bereits neue Windräder genehmigt oder bestimmte Flächen endgültig festgelegt sind.

Für eine belastbare Bewertung fehlen derzeit öffentlich zugängliche Planunterlagen, Karten, Flächenangaben und Beschlussvorlagen. Auch mögliche Auswirkungen auf Wege, Landschaft, Wohnlagen und einzelne Ortsteile lassen sich aus der Tagesordnung allein nicht ableiten.

Barrierefreiheit: Bei einer späteren Öffentlichkeitsbeteiligung sollten Karten und Planunterlagen nicht nur als schwer lesbare PDFs bereitgestellt werden. Nötig wären verständliche Erläuterungen, klar beschriftete Karten, ausreichende Kontraste, Alternativtexte sowie zugängliche Beteiligungswege für Menschen mit Seh-, Hör- oder kognitiven Einschränkungen.

Status: Beginn eines möglichen Verfahrens – keine Genehmigung und keine Standortentscheidung.

3. Zukunftsausschuss berät nichtöffentlich über Windparkverträge

Am Dienstag, den 22. September 2026, um 18 Uhr soll der Zukunftsausschuss im Besprechungsraum im ersten Obergeschoss des Bürgerhauses Nennig tagen. Die gesamte Sitzung ist als nichtöffentlich angekündigt.

Auf der Tagesordnung stehen unter anderem:

  • aktuelle Sachstände zum Ausbau erneuerbarer Energien,
  • kommunale Wertschöpfung aus Anlagen der erneuerbaren Energien,
  • Sachstände zu Verträgen über eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde,
  • der Abschluss von Verträgen zur finanziellen Beteiligung an den Windparks Büschdorf und Perl.

Öffentlich genannt werden weder Vertragssummen noch erwartete jährliche Einnahmen, Laufzeiten oder finanzielle Risiken. Es wäre deshalb falsch, bereits von abgeschlossenen Verträgen oder sicheren Einnahmen für den Gemeindehaushalt zu sprechen.

Status: nichtöffentliche Beratung angekündigt – Ergebnis und Vertragsinhalte noch nicht öffentlich belegt.

Barrierefreiheit in Nennig: Der Ausschuss tagt ausdrücklich im ersten Obergeschoss. Ein barrierefreier Gebäudeeingang beweist nicht, dass dieser Raum erreichbar ist. Ein Aufzug ist weiterhin nicht belastbar öffentlich belegt. Angaben zu barrierefreier Toilette, Behindertenparkplatz, Türbreiten und geeigneten Sitzplätzen enthält die Bekanntmachung ebenfalls nicht.

4. Neuer Mängelmelder und Straßenmanagement werden vorgestellt

Unter „Anfragen, Informationen und Verschiedenes“ sollen dem Zukunftsausschuss ein neuer Mängelmelder und die Software „vialytics“ für Straßen- und Objektmanagement vorgestellt werden.

Die Tagesordnung sagt nicht, dass diese Systeme bereits beschlossen, gekauft oder vollständig eingeführt sind. Kosten, Vertragslaufzeit, Datenschutz und konkrete Funktionen werden öffentlich nicht genannt.

Warum ist das wichtig? Ein digitaler Mängelmelder kann Hinweise auf defekte Gehwege, fehlende Bordsteinabsenkungen, beschädigte Haltestellen oder andere Barrieren erleichtern. Dafür muss er aber auch selbst barrierefrei nutzbar sein.

Zu prüfen wären insbesondere Tastaturbedienung, verständliche Formularbeschriftungen, Alternativtexte, Kontraste, Fehlermeldungen, Screenreader-Nutzbarkeit und die Möglichkeit, eine Meldung auch ohne Smartphone oder Bild-Upload abzugeben. Die bloße Vorstellung einer Software ist kein Nachweis für BITV- oder WCAG-Konformität.

Status: Vorstellung angekündigt – keine öffentlich belegte Beschaffung oder Einführung.

Barrierefreiheit der öffentlichen Ortsratssitzungen

Das Bekanntmachungsblatt nennt für alle elf Ortsratssitzungen lediglich das Bürgerhaus Nennig als Veranstaltungsort. Der tatsächlich genutzte Raum und seine Etage werden nicht angegeben. Deshalb lässt sich nicht sicher beurteilen, ob alle öffentlichen Sitzungen stufenfrei erreichbar sind.

Auch Angaben zu Aufzug, barrierefreier Toilette, Behindertenparkplatz, befestigtem Zugang, induktiver Höranlage, Sitzmöglichkeiten und ÖPNV-Erreichbarkeit fehlen. Bürgerinnen und Bürger mit Unterstützungsbedarf sollten diese Informationen rechtzeitig bei der Gemeinde erhalten können, ohne sie einzeln erfragen zu müssen.

Einordnung

Die neue Veröffentlichung eröffnet ein wichtiges kommunalpolitisches Verfahren. Alle Ortsteile werden beteiligt, konkrete Planunterlagen fehlen aber noch. Ebenso offen sind Höhe und Bedingungen möglicher Einnahmen aus Windparkverträgen.

Nach den Sitzungen sind öffentliche Beschlussinformationen entscheidend. Erst dann lässt sich seriös sagen, welche Ortsräte zugestimmt haben, ob Änderungen verlangt wurden und wie das weitere Planverfahren aussieht.

Quellen


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Am Montag, 21. September, treffen sich alle Ortsräte der Gemeinde Perl im Bürgerhaus Nennig. Beginn ist um 18 Uhr. Es geht um einen neuen Planungsschritt für Windenergie. Es sind noch keine neuen Windräder beschlossen. Am Dienstag berät der Zukunftsausschuss nichtöffentlich über mögliche Einnahmen und Verträge mit den Windparks Perl und Büschdorf. Für den Besprechungsraum im ersten Stock ist kein Aufzug öffentlich belegt. #Perl #Windenergie #Ortsrat #Barrierefreiheit

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Alle Ortsräte der Gemeinde Perl beraten am 21.9. in Nennig über die Einleitung eines Windenergie-Planverfahrens. Am 22.9. folgen nichtöffentlich Windparkverträge und kommunale Einnahmen. Noch keine Beschlüsse. #Perl #Windenergie

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Die Gemeinde Perl beteiligt am 21. September alle Ortsräte an der geplanten Fortschreibung des Teilflächennutzungsplans Windenergie. Vertragsinhalte, Flächen und Einnahmen sind noch nicht veröffentlicht. Eine klare Trennung zwischen Tagesordnung, Beratung und Beschluss bleibt entscheidend.

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Windenergie wird Thema in allen Ortsteilen: Elf Ortsräte tagen am 21. September im Bürgerhaus Nennig. Konkrete Standorte sind noch nicht veröffentlicht und Beschlüsse liegen noch nicht vor. #GemeindePerl #Nennig #Windenergie #Kommunalpolitik #Barrierefreiheit

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Alle Ortsräte beraten denselben Punkt: Soll das Verfahren für einen neuen Teilflächennutzungsplan Windenergie beginnen? Das ist noch keine Standortentscheidung. Einen Tag später geht es nichtöffentlich um Windparkverträge und kommunale Einnahmen.

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