die Mauern der Villa Borg
Die Sonne tauchte die Weinberge am Leukbach in goldenes Licht und wärmte die Mauern der Villa Borg, einst Wohnsitz des wohlhabenden Weingutbesitzers Caius Valerius Secundus. Doch Bettia Birkenhagen, die die Villa nach dem Tod ihres Mannes, eines Freigelassenen von Secundus, verwaltete, war besorgt. Ihr Neffe Decimus, benannt nach dem berühmten Feldherrn Decimus Junius Brutus Albinus, war vor Wochen mit Secundus' Handelsschiff "Mosella" flussabwärts Richtung Trier aufgebrochen, um eine Ladung Amphoren mit dem berühmten "Vinum Paelignum" zu verkaufen. Doch die "Mosella" war überfällig, und Bettia fürchtete um Decimus' Schicksal. Eines Abends, als Bettia im Triclinium der Villa saß und unruhig den tanzenden Flammen im Herdfeuer zusah, hörte sie ein Klopfen. Vor dem Eingang stand ein alter Mann, in einen abgetragenen Reisemantel gehüllt. "Bettia Birkenhagen", sagte er mit heiserer Stimme, "ich bringe Kunde von deinem Neffen." Bettia...