Wasserstoffprojekt in der Gemeinde Perl

Zusätzliche kritische Mosella-Kolumne | Villa-Borg.com

Wer regelmäßig das Mosella-Amtsblatt der Gemeinde Perl liest, bekommt ein sehr genaues Bild davon, wie Kommunalpolitik hier tatsächlich funktioniert: formal korrekt, organisatorisch sauber – aber inhaltlich oft erstaunlich dünn. Woche für Woche füllen Einladungen, Bekanntmachungen, Satzungshinweise und Vereinsmeldungen die Seiten. Das ist notwendig, keine Frage. Doch gerade in Zeiten, in denen von „Zukunftsprojekten“ und „Transformation“ die Rede ist, wirkt diese Art der Berichterstattung zunehmend aus der Zeit gefallen.

Besonders deutlich wird das beim Umgang mit dem Wasserstoff-Projekt HyStarter. Das Projekt wurde politisch gern als Signal verkauft: Perl als Teil einer neuen, klimafreundlichen Energiezukunft. Im Mosella-Amtsblatt selbst taucht dieses Thema jedoch nur sporadisch und meist in sehr allgemeiner Form auf. Konkrete Beschlüsse, klare Zeitpläne oder nachvollziehbare Kosten-Nutzen-Abwägungen bleiben die Ausnahme. Stattdessen liest man von Prüfaufträgen, Begleitprozessen und „weiterem Abstimmungsbedarf“. Das mag verwaltungstechnisch korrekt sein, hinterlässt aber den Eindruck, dass das Projekt politisch eher verwaltet als gestaltet wird.

Der Gemeinderat spielt dabei eine ambivalente Rolle. Einerseits wird sichtbar gearbeitet: Sitzungen finden statt, Beschlüsse werden gefasst, Formalien eingehalten. Andererseits fehlt oft der Mut zur offenen politischen Debatte. Wo stehen wir wirklich? Was kostet uns das? Was bringt es den Bürgerinnen und Bürgern konkret – und was nicht?

Diese Fragen tauchen im Amtsblatt kaum auf. Stattdessen bleibt vieles im Ungefähren, während große Begriffe die Kommunikation dominieren.

In den Ortsteilen wie Borg und Oberleuken wirkt diese Distanz besonders spürbar.

Dort geht es weniger um strategische Zukunftsrhetorik als um ganz praktische Themen: Wege, Verkehr, Vereinsleben, Lebensqualität.

Die Menschen vor Ort nehmen sehr genau wahr, ob politische Projekte greifbar werden oder nur auf dem Papier existieren.

Wenn ein Wasserstoffprojekt weder sichtbar noch verständlich erklärt wird, verliert es schnell an Akzeptanz – unabhängig davon, wie sinnvoll es theoretisch sein mag.

Das Mosella-Amtsblatt könnte hier eine zentrale Rolle spielen. Es wäre der ideale Ort, um nicht nur Termine und Pflichten zu veröffentlichen, sondern auch politische Entscheidungen einzuordnen.

Warum wird etwas gemacht? Welche Alternativen gab es? Wer trägt Verantwortung?

Stattdessen bleibt das Blatt oft bei der Rolle des reinen Verkündungsorgans stehen. Transparenz im Sinne von Nachvollziehbarkeit entsteht so nicht.

Diese Kolumne ist kein Ruf nach weniger Verwaltung, sondern nach mehr politischer Ehrlichkeit.

Große Projekte brauchen nicht nur Fördermittel, sondern auch öffentliche Diskussion.

Wer Zukunft gestalten will, muss sie erklären – regelmäßig, verständlich und auch dann, wenn Antworten unbequem sind. Solange das Mosella-Amtsblatt vor allem verwaltet und selten hinterfragt, bleibt die Zukunft in Perl ein Versprechen, das man lesen kann, aber nicht fühlen.


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